Eisengussqualität neu gedacht – Grundlagen für eine praxisnahe Bauteilbewertung und -auslegung
Ziel des IGF geförderten Forschungsprojekts „Eisengussqualität“ ist die Entwicklung einer neuartigen, lokal aufgelösten Beschreibung der Eisengussqualität, die eine verlässliche, statistisch fundierte Prognose der mechanischen Beanspruchbarkeit von Gusseisenwerkstoffen unter Berücksichtigung realer Gefügeinhomogenitäten ermöglicht. Im Mittelpunkt steht dabei der Werkstoff EN‑GJS‑400‑18, an dem Methoden zur Korrelation von Erstarrungs‑ und Abkühlbedingungen, Gefügesignaturen, zerstörungsfreier Prüfsignale, mikromechanischer Simulation und beschleunigter Lebensdauerprognose exemplarisch entwickelt und validiert werden.
Ihre Aufgaben umfassen die wissenschaftliche Bearbeitung des Projekts entlang der gesamten Prozesskette von der Gefügecharakterisierung bis zur Bewertung der Ermüdungseigenschaften des Versuchswerkstoffes. Dazu gehören insbesondere die Konzeption, Planung und Durchführung von Ermüdungsversuchen zur Bestimmung der ermüdungsrelevanten Kennwerte einschließlich Laststeigerungs- und Einstufenversuchen an Gusseisenproben unterschiedlicher Abgussgeometrien sowie die instrumentierte in-situ Erfassung der Materialdegradation mittels geeigneter Messverfahren. Zusätzlich zur konventionell zerstörenden Prüfung sind zerstörungsfreie Untersuchungen durchzuführen.
Durch die Korrelation dieser Daten mit analytischen Verfahren lassen sich Gefügedeskriptoren zur Beschreibung der lokalen Ermüdungseigenschaften ableiten. Die systematische Auswertung der gewonnenen Daten mit statistischen und gegebenenfalls maschinellen Lernverfahren sowie die Mitarbeit bei der Entwicklung eines Modells zur Vorhersage der lokalen Eisengussqualität gehören ebenso zu Ihrem Aufgabenprofil wie die Erstellung wissenschaftlicher Publikationen und die Präsentation der Ergebnisse auf Fachtagungen.
Die Mitwirkung bei der Betreuung von Studierenden in Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten im Themenfeld des Projektes wird ausdrücklich erwartet.
Für Fragen zu den Inhalten der Stelle steht Ihnen VertrProf. Dr. Fabian Weber (fabian.weber@hs-kl.de) und Prof. Dr. Peter Starke (peter.starke@hs-kl.de) gerne zur Verfügung.
Gesucht wird eine wissenschaftlicher Mitarbeiter*in mit einem erfolgreich abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulstudium (Master, Universitätsdiplom, 1. Staatsexamen oder vergleichbar) im Bereich Maschinenbau, Materialwissenschaften, Werkstofftechnik oder in einem angrenzenden bzw. vergleichbaren natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengang, idealerweise mit Vertiefung in der Werkstoffprüfung.
Vorausgesetzt werden fundierte Kenntnisse im Bereich der mechanischen Werkstoffcharakterisierung metallischer Werkstoffe sowie nachweisbare Erfahrungen im experimentellen Umgang mit Ermüdungsprüfsystemen oder vergleichbarer Prüftechnik.
Erwünscht sind vertiefte Kenntnisse in der Gefügeanalyse einschließlich Licht- und Rasterelektronenmikroskopie sowie ein sicheres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Gefüge, Prozessparametern und mechanischen Eigenschaften von Gusseisenwerkstoffen.
Von Vorteil sind Erfahrungen mit zerstörungsfreien Prüfverfahren, etwa auf Basis magnetischer, resistiver oder ultraschallgestützter Methoden. Erwartet werden eine ausgeprägte Fähigkeit zu selbstständigem, strukturiertem und analytisch geprägtem Arbeiten, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke sowie sehr gute Deutsch- und gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift.
Wir wünschen uns ausdrücklich Bewerbungen aller Altersgruppen und unabhängig von der geschlechtlichen Identität, einer Behinderung, dem ethnischen Hintergrund, der Religion, Weltanschauung sowie sexuellen Orientierung oder Identität.
Die Stelle ist ab sofort am Studienort Kaiserslautern der Hochschule Kaiserslautern am Fachgebiet Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung in Vollzeit (100%), projektbedingt befristet bis zum 31.07.2028zu besetzen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen bieten wir Ihnen die Möglichkeit zur Promotion an der Hochschule Kaiserslautern oder der Universität des Saarlandes.
An unserer Hochschule für angewandte Wissenschaften und Gestaltung mit einem ausgeprägten Profil in der angewandten Forschung und Entwicklung sowie der akademischen Weiterbildung erwarten Sie ein innovatives Arbeitsumfeld und vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen der Personalentwicklung. Die Hochschule Kaiserslautern unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, z.B. durch eine Regelung für mobiles Arbeiten und eine flexible Arbeitszeitgestaltung.
Das Beschäftigungsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Vergütung ist nach Entgeltgruppe E13 TV-L vorgesehen, soweit die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Zusätzlich bieten wir Ihnen eine tarifvertraglich geregelte betriebliche Altersvorsorge.
Eine Teilzeitbeschäftigung ist grundsätzlich möglich. Gehen entsprechende Bewerbungen ein, wird geprüft, ob den Teilzeitwünschen im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten (insbes. Anforderungen der Stelle, gewünschte Gestaltung der Arbeitszeit) entsprochen werden kann.
Im Rahmen des Landesgleichstellungsgesetzes strebt die Hochschule Kaiserslautern eine weitere Erhöhung des Frauenanteils, insbesondere in der Wissenschaft, an.
Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt (bitte Nachweis beifügen).
Sollten Bewerber*innen sich benachteiligt oder ungleich behandelt fühlen, kann eine Klärung durch eine Beschwerde bei der AGG-Beschwerdestelle (Stabstelle Recht) erfolgen.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen, die Sie uns bis 05.03.2026 über unser Online-Bewerbungsportal zukommen lassen können.